#1 Ungerechtigkeit

Ich reg mich ja über vieles auf, da ist auch mal Ungerechtigkeit drin. Vor allem, wenn ich mich sogar im Rahmen eines schönen Projektes aufregen darf. Hach.

Egal, kommen wir zum Punkt: Ungerechtigkeit. Wobei es vielleicht auch irgendwo ungerecht ist, dass immer alle nur zum Punkt kommen. Das Komma ist bestimmt schon ganz einsam. Und das Ausrufezeichen fühlt sich in Rudeln bestimmt auch nicht so wohl, wie manch einer scheinbar glaubt.

Ich finde aber noch viele andere Sachen ungerecht. Zum Beispiel, dass die beschissensten Menschen immer das größte Selbstbewusstsein haben, während fantastische Leute alleine zu Hause sitzen und irgendwie versuchen mit sich selbst klarzukommen. Ungerecht ist auch, dass prinzipiell die Leute mit der größten Klappe in irgendwelchen Ämtern landen, sei es nun als Klassensprecher oder als Bundespräsident. Menschen, die viel sagen und wenig reden, und eigentlich auch so schon genug nerven. Da braucht man denen nicht auch noch ein Podium geben. Höchstens um es ihnen über den Schädel zu ziehen. Vielleicht ist ja dann endlich Ruhe.

Aber das ist ja noch harmlos. Richtige Ungerechtigkeit beginnt da, wo die reichsten paar Deutschen Deutschland einige Jahre komplett finanzieren können, während Pflegekräfte, Rentner, Erzieher und Erwerbslose es jedes Jahr schwerer haben überhaupt über die Runden zu kommen. Es wird immer in den Medien damit geprahlt, wie weit vorraus Deutschland allen sei und wie toll im Allgemeinen. Grade vor einer halben Stunde hab ich gelesen, dass Deutschland das beliebteste Land sei. Fragt sich nur für wen. Für oben genannte? Für Flüchtlinge? Für Kinder? Oder doch eher für überfressene Wohlstandsbürger, die höchstens wissen, dass wir eine Menge Bier produzieren und noch mehr trinken?

Denken wir über noch ein paar Ungerechtigkeiten nach. Da brauch ich gar nicht abstrakt werden oder von Kindern in Afrika erzählen. Das schockt doch schon lange nicht mehr, dafür sind wir zu abgestumpft. Was Aktuelles vielleicht? Was zum Aufregen? Sowas richtig fieses wie “Gedenksteine” für Maueropfer klauen? Na, da haben wir doch was.

Das ist gleich auf mehreren Ebenen ungerecht. Ungerecht für die Flüchtlingsopfer im Mittelmeer, weil die deutsche Öffentlichkeit offenbar der Meinung ist, dass deutsche Opfer mehr wiegen als andere. (Weitere Ungerechtigkeit: Bei Todesmeldung, “Xy Tote, davon 10 Deutsche.”) Weil den Hinterbliebenen damit gezeigt wird, dass es den Deutschen am Arsch vorbeigeht, wenn jährlich 3000 Menschen im Mittelmeer jämmerlich ertrinken, solange nicht versucht wird mit DEUTSCHEN Gedenksteinen darauf aufmerksam zu machen.

Aber es ist auch unfair für die Maueropfer. Wann hat das letzte Mal jemand von euch aktiv dieser Toten gedacht? Haben es diese Menschen wirklich verdient, dass man sich nur an sie erinnert wenn schlechte Schlagzeilen kommen? Ich habe Bilder dieser Gedenksteine gesehen. Wäre ich ein Maueropfer, ich würd zum Zombie mutieren und die Dinger selber reinigen, so bescheiden sahen die aus.

Es ist übrigens auch ungerecht, dass ich hier vor einem 500 Euro teuren Computer sitze und einen kompletten belanglosen Blogeintrag schreibe, während man von dem Geld vermutlich ein afrikanisches Dorf für eine Weile versorgen könnte.

Machen wir uns nichts vor: Wir leben von diesen Ungerechtigkeiten. Von den großen wie dem Kapitalismus und von den kleinen, wie der Tatsache, dass man den besseren Parkplatz ergattert hat.

Und irgendwie ist das ziemlich traurig.

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Die Hölle, das sind die…Nazis.

Es ist einfach auf Missstände zu zeigen. Schwieriger ist es jedoch wirklich zu helfen. Vor allem dann, wenn einem von allen Seiten Gegenwind entgegenschlägt. In Deutschland hat dieser Gegenwind mal wieder einen Namen: AfD.

Ob es nun gegen Selbstbestimmungsrecht für Frauen, eine pluralistische Gesellschaft oder einfach Politik im Allgemeinen ist: Hauptsache dagegen. Diese Partei aus “Protestwählern”, wie sie oft betitelt wird, ist mitnichten eine Partei aus Politikmüden und auch keine Partei von Benachteiligten, wie sie sich selbst scheinbar sehen.

Aber leider eben auch keine Partei aus rechten Dummköpfen, die von einem IQ von 88 nur träumen können  ­­­­­­­­­­̶diese Einschätzung ist gradezu gefährlich.

Statt billiger Hetze findet man in der AfD Versuche, nach außen­ hin moderat zu wirken und für “westliche Werte” einzustehen (wobei nicht gesagt wird, aus welchem Jahrhundert diese stammen.) Der Zuwachs auf mittlerweile fast 20.000 Mitglieder ist durchaus beunruhigend: 20.000 homophobe, islamfeindliche, antiemanzipatorische Verschwörungstheoretiker, deren geistige Grenzen denen von 1937 entsprechen. Übertrieben? Nein. Forderungen wie “Vorbild Schweiz”, “Mut zu Deutschland” und “klare Regeln für Einwanderung” sind symptomatisch für eine Partei, welche die Meinungsfreiheit derart pervertiert.

Das Faszinierende daran: Grade von einer Partei, welche kritische Kommentare auf ihren Facebookseiten schneller löscht als ich tippen kann, kommt immer öfter der Begriff “Meinungsdiktatur”. Man fühle sich in seiner Meinungsfreiheit unterdrückt, weil einem Menschen sagen dürfen, dass man totalen Schwachsinn formuliert. Weitere Lieblingsworte: “Gutmensch” (im Dritten Reich für Menschen verwendet, welche gegen Euthanasie und Massenvernichtung waren), “linksgrün” (wobei ich nie verstehen werde, warum das eine Beleidigung sein sollte) und natürlich “Nazikeule”.

Bin ich wirklich ein Nazi, nur weil ich finde, dass Ausländer prinzipiell auszuweisen sind, Sinti und Roma keinen Anspruch auf Schutz durch Polizeikräfte haben und dass Frauen an den Herd gekettet und dieser dann in den Keller gestellt wird?

Faszinierenderweise ja.


Fassen wir also zusammen: Rechtsextreme, die keine sein wollen holen in den Landtagen 10% und ersetzen damit die NPD. Leute, die sich dagegen aussprechen diese Menschen auch noch zu legitimieren werden im Netz wüst beschimpft und über all dem sitzt Bernd Lucke und freut sich, weil mittelalterliches Denken endlich wieder salonfähig geworden ist. Wenn das die Zukunft von Deutschland sein sollte, könnte man mal über eine gezielte Sprengung nachdenken. Ich besorg euch auch Plätze beim Zugucken.

Versprochen.

Herr Gauck, ich hätt’ da mal ‘ne Frage…

Sehr geehrter Herr Gauck, 

in Nachbearbeitung der soeben beendeten Weltmeisterschaft im Fußball in Brasilien würde ich Ihnen gerne einige Fragen stellen, die (hoffentlich) nicht nur mich interessieren. Anfang dieses Jahres fanden die olympischen Winterspiele in Sotschi statt. Damit einhergehend traten dort viele Probleme auf: Gefängnisähnliche Zustände in den Arbeiterlagern, Verletzungen der Arbeiter und Menschenrechtsverstöße soweit das Auge blickt.  Aus eben diesen Gründen, und um der russischen Regierung Ihren Unmut kundzutun, sind Sie den Winterspielen ferngeblieben. So weit, so gut. 

 Nun würde ich aber gerne wissen: Warum haben Sie eben dieses Verhalten nicht bei der FIFA Fußball WM gezeigt? Warum hat die Ausbeutung, Verletzung und teilweise Inkaufnahme von Todesfällen von Arbeitern in Brasilien Sie nicht ebenso schockiert? Oder die gewaltsame Vertreibung tausender Favela-Bewohner, welche den überteuerten und nach der WM nutzlos werdenden Stadien im Weg waren? Das Zusammenschlagen von Demonstraten, welche nicht wollten, dass für einen solchen Irrsinn Gelder verwendet werden, und das in einem Land, welches sowieso schon bis zum Hals in Schulden steckt?

Nein, scheinbar haben Sie diese Sachverhalte nicht interessiert. Schließlich ging es ja um den Lieblingssport von “uns” Deutschen. Sicherlich war es auch für die DFB-Elf gut zu wissen, dass sie Ihre Unterstützung hatte. Ich bin mir aber sicher, dass auch die 153 deutschen SportlerInnen diese Unterstützung gern gehabt und in meinen Augen auch verdient hätten. Sie messen also die Regime und die Zustände in Russland und Brasilien mit zweierlei Maß. Und das von einem Mann, der doch so oft von Zivilcourage spricht. Vielleicht sind aber die deutschen Militäreinsätze, welche Sie so gerne hätten, in Russland einfach leichter realisierbar als in Südamerika. 

Und damit gebe ich zurück nach Brasilien

Holger Jonathan von Koseritz

Politisches Zwischenspiel

Der erste Blogeintrag seit fast 6 Monaten und gleich geht’s um Politik. Aber da müsst ihr jetzt durch.

 

Es geht um den derzeitigen Politik- und Gesellschaftsaufreger Nummer 1: Die Fußball-WM in Brasilien. Ich möchte hier allerdings nicht auf die unmenschlichen Bedingungen in Brasilien oder die Mafia-Methoden der FIFA eingehen. Stattdessen geht es in diesem Beitrag wie in so vielen anderen auch um Nationalstolz.

Mir persönlich geht diese WM sonst wo vorbei. Ich halte Fußball für einen eher langweiligen Sport, wohingegen für andere scheinbar ihr Leben davon abhängt. Dies mag ja durchaus auch verständlich sein, genauso wie die Tatsache, dass man seinem Lieblingsteam den Siegt wünscht.Aber: muss dieses Team unbedingt das des Heimatlandes sein?

 

Anlass für diese Frage ist die Tatsache, dass meine Mutter Fan der brasilianischen Fußball-Mannschaft ist und dementsprechend vom Halbfinalsspiel recht enttäuscht war und dieser Enttäuschung auf Facebook Luft gemacht hat. Daraufhin wurde sie mit Fragen bombadiert, warum sie denn nicht für Deutschland sei, schließlich sei dies ja ihr Geburtsland. Dies steigerte sich bis zu Vorwürfen, ihre Kinder (Also ich und meine Brüder) wären schlecht erzogen wurden,allein aufgrund unserer eher geringen Begeisterung für Fußball im Allgemeinen und die deutsche National-Elf im Besonderen. 

Es ist also scheinbar eine gute Erziehung, seine Kinder ohne Rücksicht auf ihre eigenen Bedürfnisse für Fußball begeistern zu wollen und ihnen entgegen jeder pluralistischen Grundlage einzutrichtern, dass sie für “SCHLAAAAND” sein müssen. Ganz ehrlich? Jeder, der so denkt, bewegt sich in meinen Augen nicht viel über AfD-Niveau: Warum kann ich denn nicht für Brasilien sein? Kommen alle Bayern München-Fans aus München? Darf ich als Deutscher jetzt auch nur noch deutsche Musik hören, deutsche Filme gucken und deutsches Essen essen? 

Jedem seine Begeisterung am Sport. Aber bitte ohne Zwang, ohne überzogenen Nationalismus und vor allem mit Toleranz. 

 

Stay tuned.

Wir fahr’n fahr’n fahr’n auf der Autobahn..

Nachts um 1. Irgendwo auf irgendeiner Autobahn. Ich merke 2 Dinge: Mein Orientierungssinn ist beschissen und ich habe schon ewig keinen Blogeintrag mehr geschrieben. Also los!
Ich seh grade dass wir Richtung Lederhose fahren. Nun gut. Aber unser Ziel ist Italien. Bella Italia! Heimat meiner Vorfahren. Glaube ich. Jedenfalls gibt es da eine Villa mit meinem Nachnamen dran.
Das wird also unsere berühmt-berüchtigte Abschlussfahrt. Alkohol und entnervte Lehrer scheinen vorprogrammiert. Warum eigentlich? Ich fahr doch nicht nur zum Saufen nach Italien. Da kann ich auch zur nächsten Kneipe. Warum kann man nicht auch einfach so auf Abschlussfahrt gehen? Und warum kann man nicht einfach mal in eine Bar gehen und Milch bestellen? Ist die Jugend wirklich unabdingbar mit Alkohol verknüpft? Ja? Schade.
Bevor ich weiterschreibe: GUCKT MAL, EIN RUDEL WINDMÜHLEN!
Äh…wo war ich? Ach ja.
Mein Sitznachbar und ich unterhalten uns über Mangas und Videospiele. Und über Musik. Er mag die selbe Band wie meine Freundin (My chemical Romance), während aus meinen In-Ears Prinz Pi wummert, gefolgt von den Ärzten. Ich finde ich habe gewonnen.

Und wir unterhalten uns über das Alkoholthema. Wir sind beide ziemlich trinkfest. Trotzdem lehnen wir das “sinnlos Betrinken” ab. Damit sind wir unter unseren Klassenkollegen eine Randgruppe. Uns ist auch egal ob wir deswegen als Weicheier betitelt werden. Unser Leben, unsere Regeln.
Und jetzt entschuldigt mich. Ich muss Living Hell mitgrölen.
Stay tuned and kill Bambi!

Irgendwas mit Musik

Ich hör ja fast nur Rap. Und Punk. Und manchmal Electro. Oh, und Hardcore. Äh…also sehr viel. Solltest du jetzt beim Lesen gedacht haben “Boah ey, voll krass. ‘sch hör auch Rap. Haftbefehl un so.” – Tu der Menschheit einen Gefallen und erschieß dich.
Aber am besten gefällt mir wirklich Rap. Intelligenter Rap, wie Dame, Golo und natürlich Prinz Pi. Ich finde es schade, dass Idioten wie Bushido, Sido und die ganzen anderen “Gangstaah” Rap kaputt machen. Ich meine, es ist eine der ausdrucksstärksten Musikrichtungen. War schon mal einer von euch bei einem Poetry Slam? Ich hab ja überlegt ob ich selber mal bei so einem antrete. Selbstverständlich nicht rappend. Meine Stimme ist furchtbar. Also, wirklich furchtbar. Im Ernst jetzt. Irgendwo zwischen Rostige Nägel und Kehlkopfoperation. (Haha. Nicht lustig.)
Nein, ich wollte eigentlich einen Text vorlesen. Etwas schön zynisches, Böses. Aber dann holt mich mein Lampenfieber ein. Beziehungsweise meine Versagensangt. Aber das ist ein anderes Thema.

Was für’n Rummel.

Ich mag ja eigentlich den Rummel. Wenn auch nur wegen des Schließens und des Dosenwerfens. Aber nicht bei uns. Hier ist der Rummel übersät von Hauptschulabbrechern und Intelligenzabstinenzlern. Dummschauend und biertrinkend stehen sie am Karussell, Breakdancer und sonst auch überall. Außerdem sind die furchtbar hässlich.
Aber natürlich muss ich mit, wenn mein Bruder (der genau einer von denen ist) auf den Rummel will. Ganz toll.
Na gut. Lehn ich mich eben zurück und genieße die Affenshow.
Wenigstens schießen konnte ich. 10 Schuß, 9 Treffer: Nicht schlecht, dafür dass meine Brille zu Hause liegt. Eigentlich wollte ich mir ja auch Lose holen, aber bei meinem Glück…
Aber hey, ich brauch kein Glück, ich kann ja schießen.